Mit dem Rad durch Cornwall – März

 

26. März – 2. April 2017

Fähre nach Cornwall

Wir haben uns viel vorgenommen und es gleich nach Verlassen der Fähre über Bord geworfen. Angedacht war eine Radreise von Wadebridge bis Landsend. Wir wussten, dass es in Cornwall hügelig ist. Aber nicht, was hügelig bedeutet. Die Anstiege (die uns manchesmal vom Rad haben absteigen lassen) sind aber nicht der Grund allein, dass es diesmal nur 198 km statt der geplanten 400 km geworden sind…

…Es wäre einfach viel zu schade gewesen, durch Cornwall zu fahren, statt in Cornwall zu sein!

Wieder sind wir mehr oder weniger die Ersten, die Saison startet erst am 1. April. Die Trails und all die höfliche Aufmerksamkeit der Cornish People gehört also uns.

Als Reisekamera haben wir die Fuji XPro 2 mit einer 50mm Festbrennweite dabei.

 

Die Route

  1. wir verbringen die erste Nacht im Park Farmhouse B&B (*bestes full british breakfast!) in Wadebridge und lassen dort unser Auto stehen
  2. von Wadebridge geht´s über den Camel Trail nach Bodmin und weiter nach St. Austell
  3. von St. Austell über die Lost Garden of Heligan (*s.u.) und über Mevagissey und Portmellon nach Portloe, wo wir uns den Luxus des Lugger Hotels leisten (*hier lernen wir zwei ältere Paare mit zwei sehr schönen Geschichten kennen. Eines der charismatischen Paare betreibt in der Nähe von Devon einen naturbelassenen Rückzug. Wir werden ihn besuchen)
  4. von Portloe nach Truro
  5. von Truro nach Newquay (Achtung! Hier unbedingt das „Harbour Fish & Grill“ aufsuchen!)
  6. von Newquay über Treyamon nach Trevone
  7. von Trevone über Padstow nach Wadebridge und nochmal über den Camel Trail hintenrum über St. Mabyn
    zurück zum Park Farmhouse B&B

 

Die Engländer und ihr Image

  • Regen in Cornwall

Es ist unser erstes bewusstes Mal in Südengland und uns schallt das Image der Briten im Ohr:

  • Rosamunde Pilcher
  • schlechtes Essen
  • Brexit
  • der Engländer ist reserviert und tendentiell abweisend
  • schaurige Einrichtungen
  • Regen
  • fahles Bier
  • …und sie mögen die Deutschen nicht?

 

Und jetzt die Fakten

  • Lost Gardens of Heligan

 

Alles Unfug. Die Briten können´s. Egal was. Brexit ist nicht alles. Während wir uns eigentlich überall in der Welt zu Hause fühlen – ok, das ist dann eher persönlich – haben wir mit England wohl einen Reinkarnations-Vertrag. Schwer zu beschreiben, was uns da so elementar ergriffen hat.

Wusstet Ihr, dass die Briten und Deutschen einen ganz ähnlichen Humor haben? Man kann hier gut mit uns, genau deswegen. Wir kommen sofort mit jedermann ins Gespräch, man spricht sich halt an, wenn man was zu sagen hat, keine unnötigen Floskeln drumherum, gleichzeitig ist man wohltuend höflich dabei, ach, Höflichkeit ist so etwas Feines, wie sehr wir es zu Hause oft vermissen.

  • sie können Bier
  • sie können Kneipenkultur
  • sie können Höflichkeit
  • sie können unkomplizierte Kontaktfreudigkeit
  • sie können Service!
  • sie können die schönsten Häuser
  • sie können echte Heritage-Einrichtung
  • sie können Teppiche mit Foam underlay
  • sie können kochen
  • sie können Garten
  • sie können Rücksichtnehmen auf Radfahrer
  • sie können Humor

Dass es auch Nachteiliges über die Briten zu sagen gibt, ist klar. Aber das haben wir in der Zeit nicht zu spüren bekommen.

 

very cornish: was bedeutet das?

  • alles ist auf links: das Besteck liegt links vom Teller, Kalt- und Warmwasserhähne sind vertauscht, die Autospuren sowieso
  • Hundekot ist teuer: zwischen 500 und 1.000 Pfund Strafe bei Liegenlassen
  • der Service-Gedanke ist einmalig: wir verpassen die Öffnungszeit der einzigen Strandbude mit potentiellem Abendessen. Der Inhaber sieht uns mit plattgedrückten Nasen vor der Tür stehen und schmeißt nur für uns 2 Nerds zum einzigen Mal an dem Tag den Pizzaofen an und geht anschließend nach Hause. Nebenbei erhalten wir die besten Pizzen, die wir jemals gegessen haben.
  • Coffee or Tea? Nehmt ruhig den Kaffee, der schmeckt besser als in Italien. Dafür haben wir eigentlich nur schlechten Tee bekommen.
  • Cornish Tea Time: die Scones mit ihrer geschlagenen Sahne-Butter und Konfitüre sind ein Muss. Diät kann warten.
  • Cornish Pasties: leckere Mahlzeit in der Calzone-Tasche zum Mitnehmen. Übrigens: einen Original-Pasties-Laden gibt es jetzt auch in Köln: das Tasty Pasty

 

Stonehenge

Stichwort Stonehenge: so unvorbereitet, wie ich gerne reise, so wenig wusste ich, wo Stonehenge liegt. Wir fahren die Straße entlang über einen Hügel, die Sonne geht schon unter, vor uns liegt eine einfache Wiese. Aber es liegt eine geballte Energie in der Luft, ich nehme sie fast physisch wahr und sage zu Patrick, dass diese Gegend ein Kraftfeld sein muss. Wenig später erscheinen Steine am Horizont. Die Steine von Stonehenge, wie ich mit großen Augen feststelle. Oft habe ich gehört, dass Stonehenge ein Kraftort sein soll, ich kann es jetzt aus eigener Erfahrung bestätigen. Eigentlich wäre es das perfekte Licht gewesen, um atemberaubende Fotos zu machen. Aber die Menschen haben längst verstanden, wie sie die Steine durch touristisch aufbereitete Eintrittsgelder nutzen können, nichts zog mich dahin. Wir sind weiter gefahren, doch das Spüren der Energie ist fest in mir abgespeichert.

 

Quiz

  • Cornwall

Wie nennt man die Menschen in Cornwall? Richtige Einsendungen erhalten einen like. 🙂

Cornegassen

Corneluten

Cornesen

Cornaten

Cornwallmenschen

Cornuren

Cornetten

Cornewaller

Cornunsen

Cornish People

Cornabier

Corneferen

 

Und hier geht´s zur Bildergalerie „Cornwall“

 

 

 

 

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