Autor: Sandra & Patrick

Sandra & Patrick, die MittReisenden, #reiseblogger

Der Plan ist schnell erklärt: wir fahren mit Auto und Fahrradträger nach München, stellen dort das Auto für 2 Wochen ab, während wir uns mit den Rädern auf den Weg von München nach Venedig machen. Anschließend nehmen wir den Zug zurück nach München und fahren dann mit dem Auto wieder zurück nach Köln.

Klingt gut, so ein Plan. Das letzte Stück des Radweges ist erst kürzlich fertig geworden, wir sind gespannt. Die Unterkünfte buchen wir vor Ort, da wir uns offenhalten möchten, wie weit wir fahren und wo es uns gefällt. Wir kalkulieren mit durchschnittlich 55 km / Tag.

Reisezeit: März 2016

Ungefähre Distanz: 590 km

Höhenmeter: ca. 3.000 m (bezweifeln das, eher deutlich mehr)

Die Strecke wird als sog. Genussroute deklariert.

Wir nehmen uns 14 Tage Zeit, 2 Tage davon sind reserviert für Venedig. Das ist ja wohl locker zu schaffen.

Wenn man Alpen, Dolomiten, Tiefschnee und Ski-Langläufer auf dem Radweg ausblendet.

Das Ausblenden funktioniert im Vorfeld recht gut. Vermutlich ist das Unterbewusstsein eines Rheinländers im März auf Blümchenwiese eingestellt. Wohl rechnen wir mit Kälte und Niederschlag. Aber im Laufe der Zeit haben wir uns ein Zwiebel-Allround-Bekleidungssystem zugelegt, dass wir beinahe auf schwieriges Wetter bestehen. Wir hoffen den Radweg für uns alleine zu haben.

*Spoiler: ja, haben wir… und zwar nicht ohne Grund.

Die Fakten

So weit so gut, addieren wir erst mal die Fakten:

  • Fakt 1: Wir waren die ersten.
  • Fakt 2: Wir waren die einzigen.
  • Fakt 3: Wir waren Helden.
  • Fakt 4: … aber nur, weil wir mehr Glück als Verstand hatten.

Die Route

Es gibt einen ausgeschilderten Fahrradweg „München-Venedig“. Man kann sich auch ohne Navi daran orientieren, aber an manchen Stellen ist die Führung lückenhaft und schnell fährt man in die falsche Richtung. Ein Navi ist in jedem Fall eine sinnvolle Unterstützung.

Achtung bei opensource-Routen aus dem Internet: auf unserer Route befinden sich einige Empfehlungen, jetzt mit dem Rad auf die Autobahn zu fahren. Ist ein Erlebnis – wir haben es probiert – aber eher nicht zum Nachmachen geeignet. Niemals blind vertrauen!

Die Tour führt durch drei Klimazonen und drei Länder: Deutschland – Österreich – Italien.

Sie ist eingeteilt in 5 wohlklingende Etappen:

1. Erlebnis Wasser
(München – Bad Tölz – Tegernsee / Bayern bis zum Achensee / Tirol)

2. Schatzkiste Tirols
(Jenbach – Schwaz – Hall – Innsbruck – Brenner / Tirol)

3. Alpin-mediterranes Lebensgefühl
(Südtirol / Alto Adige – Eisacktal / Valle Isarco – Brixen / Bressanone – Pustertal / Val Pusteria)

4. UNESCO-Welterbe Dolomiten
(Val Cadore – Cortina d`Ampezzo – Lago di Santa Croce – Belluno / Italien)

5. Gärten Venedigs
(Treviso – Venedig / Italien)

Die Checkliste

  • Fahrräder zur Inspektion bringen:

    • „Winterreifen“ aufziehen (das sind Reifen mit grobstolligem Profil. Hat Patrick gemacht, habe ich nicht gewusst.)
    • neue Bremsklötze anbringen, egal, wie jung sie noch sind
  • Packliste vom Vorjahr dazuholen

    die Packliste der Vorjahre hervorholen, um ja nichts zu vergessen – und Winter-Radfahr-Handschuhe dazuschreiben (Ski-Handschuhe sind schneller durch als man „ist das steil hier“ sagen kann)!

  • 2 Paar Neoprenüberziehschuhe kaufen

    noch ein zweites Paar Neopren Überziehschuhe kaufen (das erste wird sich durchLAUFEN)

Die Packlisten

Packliste Sandra

„Pampers“-Radfahrunterhosen
Thermo-Unterhose, lang
Thermo-Unterhemd, lang
Rad-Trikot, langärmlig
Windweste
Windjacke
Thermo-Radfahrhose
Fleece-Jacke
Ultraleicht-Daunen-Weste
Neopren-Gamaschen
Ski-Socken, lang
Winter-Radfahr-Handschuhe
Helm
Regenhose
Regenjacke
Radfahrschuhe
Regenhaube für den Helm
Schaltuch
Ohrenwärmer
Sonnenbrille!

Wechselkleidung

1 Jeans
1 Pullover
2 T-Shirts
Slips, Socken, Rei in der Tube!
leichte Sneaker (haben wir vergessen und bereut)

Pflege

Sonnencreme!
Vaseline (für den Popo)!
Zahnbürste, Zahnpasta
Gesichtscreme, Bodylotion
Nagelfeile
Deo
Lippenpflege mit UV-Schutz!
Magnesium 400
Rasierer
Make-up

Sonstiges

Stift, Block, Visitenkarten
Kamera, Ladegerät, Speicherkarten, Akkus, Handy

Packliste Patrick

2 „Pampers“-Radfahrunterhosen
Thermo-Unterhose, lang
2 Thermo-Unterhemden, lang
dünne Softshelljacke
Windjacke
Treckinghose
Fleece-Jacke
Treckingjacke (Schutzschicht)
Ultraleicht-Daunen-Jacke
Neopren-Gamaschen
Winter-Wandersocken, kurz
Winter-Handschuhe
Helm
Regenhose
Regenjacke
Radfahrschuhe, wasserdicht
Regenhaube für den Helm
Sturmhaube
Sonnenbrille!

Wechselkleidung

1 Jeans
1 Pullover
2 T-Shirts
2 Hemden
Shorts, Socken
leichte Sneaker (haben wir vergessen und bereut)

Pflege (in Miniaturgröße)

Sonnencreme!
Vaseline (für den Popo)!
Zahnbürste, Zahnpasta
Gesichtscreme
Nagelknipser
Deo
Duschgel & Shampoo
Lippenpflege mit UV-Schutz!
Magnesium 400
Rasierer, Rasierschaum

Sonstiges

Handy
Navi
Multifunktionsmesser
Multifunktionswerkzeug
2 Ersatzschläuche
Luftpumpe

4 Kommentare
  1. Peter Duhm says:

    Hallo Ihr Lieben, diese Tour würde ich in 2018 gerne mitfahren. Ich lebe auf Mallorca, fahre mit dem Rennrad ca.4000 KM im Jahr und fühle mich fit. Im Sommer komme ich auch nach Deutschland und lebe irgendwo zwischen NL und D . Gern hätte ich Kontakt mit euch und einige Infos. Vielen Dank und alles Gute für 2018 wünscht Peter Duhm aus Porto Colom

    Antworten
  2. Andrea says:

    Ich werde die Tour im August machen. Es gibt noch einige Frage für mich …
    u.a. wie fährt man in die Stadt- Venedig – und wo kann man die Räder sicher untestellen?
    Danke für Anregungen und beste Grüße aus der Rheinebene.
    Andrea

    Antworten
    • Sandra
      Sandra says:

      Hallo Andrea,

      wie gut, dass wir das „damals“ sofort aufgeschrieben haben, sonst hätten wir es jetzt schon wieder vergessen.

      Die ganze Beschreibung findest Du hier:
      https://www.mittreisende.de/muenchen-venedig-per-rad-5/#Venedig_da_sind_wir

      Den relevanten Textauszug kopieren wir Dir mal hier hin:

      Dummerweise ist es verboten, mit dem Fahrrad nach Venedig rein zu fahren. Also versuchen wir, nach Santa Lucia zu kommen und dort die Räder am Bahnhof aufzugeben. Guter Plan, schlechte Wege.

      Der erste Weg führt über die gefährliche Schnellstraße. Busse dürfen uns nicht mitnehmen. Perfekte Wahl für Lebensmüde.

      Der zweite Weg bedeutet, im dubiosen Bahnhof Mestre die Räder abzugeben und von dort den Zug nach Santa Lucia zu nehmen.

      Wir entscheiden uns für die Option 2. Aber die Räder lassen wir trotzdem nicht dort. Die Gestalten am Bahnhof sind gruselig und wachsam. Stattdessen hier unser Tipp für Nachradler:

      – bittet im Hotel „Casa Villa Gardenia“ ganz freundlich die Räder in deren Schuppen abstellen zu dürfen. Die Besitzerin ist superfreundlich und verlangt nur 5€ dafür. Wir geben lieber 10€.
      – geht zu Fuß zurück zum Bahnhof (sind nur ein paar hundert Meter)
      – zieht im Hauptgebäude (ja, ihr müsst durch den langen bepissten Tunnel) eure Tickets, da es am Bahnsteig keine Automaten gibt (H&R: nur 2,50 € / 2 Personen)
      – und wartet auf Gleis 8 auf einen der im 10-Minuten-Takt fahrenden Züge nach Santa Lucia.

      Wir hoffen, wir konnten Dir helfen 🙂

      liebe Grüße und VIIIIEL Spaß! Du wirst sicher besseres Wetter haben als wir 😉
      Sandra & Patrick

      Antworten

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